Wenn der Motor nicht brummt…

 Leute mit Mut und Charakter sind den anderen Leuten immer sehr unheimlich.

(Hermann Hesse) 

Oft sind im Leben viel Mut und Courage erforderlich, den eigenen Weg zu gehen. Kein Mitläufer zu sein. Eigene Ideen, Vorstellungen zu verwirklichen, unabhängig davon was andere davon halten. Gutgemeinten Ratschlägen aus dem Weg zu gehen, wenn man selbst weiß, wo es langgeht. Träume, Ziele zu realisieren und dabei auch auf die Wünsche, Bedürfnisse uns nahe stehenden Menschen bis zu einem gewissen Grad Rücksicht zu nehmen. Oft ist es ein Balanceakt, bei dem meistens viel Fingerspitzengefühl gefragt ist. Klein beigeben oder weitermachen?

Etwas aufzugeben, einen Traum etwa, den wir ganz tief in unserem Herzen tragen, ein Ziel zu erreichen, welches uns viel bedeutet und uns die Erfüllung bringen könnte – dies aufzugeben erfordert auch eine Menge Mut, auch wenn es uns nicht immer bewusst ist. Die Flinte ins Korn zu werfen würde  Kapitulation bedeuten, eine Absage, eine Ablehnung dessen, das sich durch uns zum Ausdruck gebracht werden möchte. Aus uns herausbrechen möchte. Uns die Chance geben will ein erfülltes Leben zu leben. Unseren Traum zu leben – das zu leben, was wir wirklich sind. Dem starken Gefühl  nachzugeben, welches wir tief in unserem Inneren spüren. Das, wovon wir träumen. Eine Vision, die immer wieder vor unseren geistigen Augen aufblitzt und uns dazu drängt den ersten Schritt zu tun. Eine neue Entscheidung zu treffen, die uns den Pfad zur Realisierung unserer Vision, unserer Vorstellungen zeigen könnte.

Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge,

um zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge.

(Kurt Marti)

Ich weiß, viele unter uns meinen, man sollte damit zufrieden sein, was man hat, was man erreicht hat. Aber bedeutet Zufriedenheit nicht auch eine gewisse Stagnation? Wenn wir mit dem bisher Erreichtem zufrieden sind, würde es doch bedeuten, dass wir keine Träume, Visionen mehr haben, und somit auch keine Zeile mehr brauchen…? Dann haben wir unseren inneren Motor abgestellt. Er heult und brummt nicht mehr, wenn wir ihn starten um ein Stück des Weges weiterzufahren (oder weiterzurollen…?). Er ist bloß im Leerlauf. Auch die Reifen quietschen nicht, wenn wir die Kurve gerade noch gekriegt haben. Die Hupe ist nicht mehr kraftvoll genug, denn sie wird nicht mehr gedrückt, wir brauchen ja nicht laut zu rufen:: Achtung! Jetzt komme ich! Jetzt bin ich an der Reihe! Aus dem Weg! Jetzt oder nie! Und… Vollgas! Ich schaffe es! 

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Photo: Cars, Buses and Trucks

Nein, der Motor heult nicht mehr, wenn wir klein beigeben. Schade… dass wir dieses kraftvolle, zu allem entschlossen klingendes Geräusch nicht mehr wahrnehmen, nicht mehr hören können, wie früher, vielleicht in jüngeren Jahren, als unser Motor ausgelastet war – wir hatten Träume… wir hatten Ziele…!

Spreize deine Flügel und du wirst sehen: Dein Schicksal wird unter deiner Kontrolle stehn.

(David Coverdale)

Wenn wir die Träume und die Ziele nicht mehr brauchen, weil wir mit unserem Leben zufrieden sind und es sollte uns eigentlich auch glücklich machen (ist das wirklich so…?) – dann… hat unser Motor nichts mehr zu tun… er braucht nicht mehr aufzuheulen, uns nicht mehr anzutreiben um das zu erreichen, wozu wir auch in der Lage wären.

Das zu verwirklichen, was noch im Leben auf uns wartet. Es wartet so lange bis wir den Motor endlich mit voller Energie wieder starten und er vor Begeisterung aufheulen kann um uns zielgerichtet und heil um die Kurven fahren zu dürfen, die wir möglicherweise bis zur Verwirklichung unserer Träume meistern müssen.

Es hängt von dir selbst ab, ob du das neue Jahr als Bremse oder als Motor benutzen willst.

(Henry Ford)

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Photo by Ambro

Liebe Grüße,

© Sunelly Sims

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