Wenn wir es wagen …

Photo by graur razvan ionut

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Wagen wir, die Dinge zu sehen, wie sie sind.

(Albert Schweitzer, 1875-1965, der am 14.01.1875, also heute genau vor 137 Jahren, geboren wurde)

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Warum wagen wir es nicht? Was hält uns davon ab die Dinge zu sehen, wie sie sind?

Das meist verwendete Wort in diesem Zusammenhang lautet wohl: ABER…

Aber …  ich weiß es nicht … aber ich bin mir nicht sicher … aber ich kann das wahrscheinlich gar nicht … aber was werden die Anderen dazu sagen … aber ich wüsste gar nicht wie ich damit anfangen sollte … aber ich habe nicht genug Geld … aber ich habe so etwas noch nie gemacht … aber wie soll ich damit überhaupt Geld verdienen … aber alle werden sagen, dass ich spinne … aber wenn es doch die falsche Entscheidung ist …. und so weiter und so fort …

Wir hätten mit Sicherheit eine lange Liste in Kürze, wenn wir die Aufzählung fortsetzen würden. Wer sucht, der findet – sagt man – und schon haben wir zahlreiche Argumente, warum wir etwas, eine bestimmte Sache, die uns seit längerer Zeit am Herzen liegt, nicht machen könnten. Es sind unsere Träume, die immer wieder versuchen uns in eine gewisse Richtung zu lenken. Es sind unsere staken Gefühle, die uns ermutigen wollen etwas zu beginnen, in dem der Sinn, der wahre Schatz unseres Leben versteckt sein könnte. Es ist die Stimme unseres Herzens, die uns aus ungeahnten Tiefen zuflüstert – ganz leise und sanft – die Stimme des Herzens drängt sich nicht auf. Sie sieht uns zu, sie kann uns nicht helfen. Nein, das kann sie nicht – das können wir nur selbst tun.

Viele unter uns sind auf der Suche – auf der Suche nach dem Sinn ihres Daseins. Der Sinn des Lebens…  wo ist er denn? Worin besteht der Sinn meines Lebens, fragen wir uns. Wir suchen in der Außenwelt, in Beziehungen, in Berufen, in Büchern… nur nicht in uns selbst. Niemand außer uns kann diese Frage nach dem Sinn unseres Lebens beantworten. Wir scheinen oft ratlos und rastlos zu sein, weil uns diese Suche erschöpft. Wir spüren, dass es noch etwas Anderes geben muss, als mit Hochgeschwindigkeit im Hamsterrad des Lebens zu laufen – bis wir irgendwann zusammenbrechen, krank werden, resignieren.

Wir haben unsere Träume, aber oft wagen wir es nicht, sie wirklich ernst zu nehmen, auch wenn sie mit der Zeit immer aufdringlicher in uns werden. Wir unterdrücken und verdrängen sie, weil wir keine Sicherheiten haben. Tja, wenn wir wüssten, dass es wirklich richtig wäre und das alles gut geht … tja dann … Wir haben Schwierigkeiten damit der Sache zu vertrauen – wir wissen es nicht, es ist nur das Gefühl, das uns immer wieder Nährstoff für unsere Träume liefert. Das Gefühl ist aber nicht greifbar – es ist einfach da. Wir trauen uns nicht, uns auf dieses irrationales Etwas – auf das Bauchgefühl – richtig einzulassen.

Wir würden es ja so gerne tun… unsere Seele schreit richtig danach, endlich den für uns vorgesehen Weg einzuschlagen. Jede Faser unseres Körpers will uns in eine andere Richtung ziehen, als wären wir in einem Sog unserer Träume, Gefühle gefangen ohne ausbrechen zu können. Wir schaffen es nicht, weil das eine Wort ständig vor unserem geistigen Auge aufblitzt. ABER. Gefolgt von Bildern mit möglichen Schreckenszenarien, die uns zeigen sollten, was alles passieren könnte, wenn wir es wagen.

Dennoch: wir alle haben unterschiedliche Träume, Wünsche, Visionen. Sie wohnen uns inne, wir tragen sie ganz tief in unserem Herzen. Wir hatten sie schon bei unserer Geburt, sie wurden uns mitgegeben um unser wertvolles Leben unter anderem dazu zu verwenden, diese Träume zu verwirklichen. Das ganze Leben ist eine Herausforderung – hören wir oft. Oder: Das Leben hält viele Herausforderungen bereit. In Wirklichkeit besteht die einzige große Herausforderung des Lebens darin, die im Gewand der Träume versteckte Aufgabe zu finden – unsere Träume verwirklichen – um den Sinn des Lebens für uns selbst zu entdecken.

Wann wollen wir es endlich wagen …?

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Der Sinn des Lebens besteht darin, eine Aufgabe für sich zu finden.  

(Wolfgang Stumph)

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Liebe Grüße,

© Sunelly Sims

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