Das Glück ist ein Vogerl…?


Wenn es dir möglich ist, mit nur einem kleinen Funken die Liebe in der Welt zu bereichern, dann hast du nicht umsonst gelebt.

(Jack London , 1876-1916 amerik. Schriftsteller)

...dann hast du nicht umsonst gelebt – hat Jack London einmal gesagt – der übrigens heute genau vor 136 Jahren, geboren wurde.

Möchten wir nicht alle irgendwann die Gewissheit haben, nicht umsonst gelebt zu haben?

Möchten wir nicht alle unser Leben so führen, dass wir am Ende unserer Tage, die allerletzte Frage:  War das dein Leben? – mit einem lauten JA beantworten können…?

Das Streben nach Glück und der Liebe prägen unser Leben und treiben uns an. Wir alle möchten das Glück mit den Händen fassen und es möglichst lange festhalten. Wir alle möchten geliebt werden, Liebe von anderen Menschen bekommen. Wenn wir diese Liebe nicht fühlen können, fallen wir meistens in ein schwarzes Loch – wir sind nicht glücklich. Und wenn einem dann gesagt wird: liebe deinen Nächsten…  – und wer liebt mich? – ist oft der erste Gedanke, der sich in den Vordergrund drängt. Wir sollten Anderen Liebe geben, aber wer gibt uns die Liebe, die wir brauchen wie die Luft zum Atmen?

Wenn wir uns nicht geliebt fühlen, dann fällt es uns oft schwer anderen Menschen Liebe zu geben. Wir finden das einseitig und das macht uns traurig, niedergeschlagen, kraftlos, entmutigt, verzweifelt, depressiv – mit einem Wort: unglücklich.

Dennoch: in jedem einzelnen von uns, in uns selbst schlummert die Liebe. Aber Menschen machen Erfahrungen und ihre Seelen werden verletzt. Die Liebe, die sich aber nach Ausdruck sehnt, wird hinter Schloss und Riegel gehalten und versteckt. Die Liebe darf nicht ausbrechen, weil sie Anderen zeigen würde, wie verletzlich wir in Wahrheit sind. Sie muss für lange Zeit hinter hohen Mauern weiter existieren – ohne durch uns frei atmen zu können, ohne sich am türkisblauen Himmel, an warmen Sonnenstrahlen und an der Wunder der Natur zu erfreuen.

Und weil wir die Liebe in uns selbst einsperren, sind wir nicht mehr in der Lage, all die schönen Dinge um uns herum mit den Augen der Liebe zu betrachten. Wir leben unser Leben, ohne das Glück wahrzunehmen, dass wir im Hier und Jetzt leben dürfen. Die Mauer wird immer höher, unsere Falten werden immer tiefer – aber immerhin, wir existieren noch.

Die Liebe singt ihr stummes Lied, tief in unserer Seele und hofft unentwegt, dass wir eines Tages ihre Kraft und ihre Macht anerkennen würden. Sie hofft, dass wir irgendwann das Schloss öffnen und sie endlich befreien würden. Denn die Liebe will in uns und durch uns wirken. Sie will gegeben und empfangen werden. Die Liebe – sie wartet nur darauf, dass wir die Welt mit ihren Augen sehen können und so auch die Liebe, die in anderen Menschen wohnt wahrnehmen können.

Erst dann, wenn wir der Liebe freien Lauf gewähren, kann sie uns durchströmen. Erst dann, wenn wir die Liebe in uns selbst befreien, kann sie durch uns strahlen und wir können sie auf Andere reflektieren. Auf Menschen, die unsere Liebe dankbar annehmen und uns auch ihre Liebe gerne schenken würden, weil sie wissen, dass die Liebe, die sie freiwillig geben auch zu ihnen selbst zurückkehren wird.

Das Glück ist ein Vogerl – sagt man oft. Aber der Glücksvogel würde gerne länger bei uns verweilen, wenn wir bereit wären, ihm mehr von unserer Liebe zu geben um mit dem Glück und der Liebe unbeschwert über uns schweben zu können.

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Liebe Grüße,

© Sunelly Sims

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